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Fed
US-Notenbank, engl. Federal Reserve
Die Fed, kurz für Federal Reserve, ist die Zentralbank der Vereinigten Staaten, das amerikanische Gegenstück zur EZB. Sie legt die Leitzinsen in den USA fest und hat zwei Aufgaben, das sogenannte duale Mandat (engl. dual mandate): für möglichst hohe Beschäftigung zu sorgen und die Preise in der ganzen Wirtschaft stabil zu halten, also die Inflation nahe 2 % pro Jahr. Der Dollar ist die wichtigste Währung der Welt, deshalb bewegen Entscheidungen der Fed die Märkte rund um den Globus, von der Wall Street bis zum Euro-Kurs.
Auf einen Blick
Richtig lesen
Über die Zinsen stimmt das FOMC (engl. Federal Open Market Committee, auf Deutsch Offenmarktausschuss) ab: die 7 Mitglieder des Gouverneursrats und 5 Präsidenten regionaler Fed-Banken, darunter immer der Präsident der New Yorker Fed. Die Erklärung erscheint um 14:00 Uhr New Yorker Zeit (bei uns meist um 20:00 Uhr), eine halbe Stunde später beginnt die Pressekonferenz des Vorsitzenden.
Achte am Tag der Entscheidung auf drei Dinge
- Entscheidung: Gehen die Zinsen nach oben, nach unten oder bleiben sie unverändert, und hat der Markt damit gerechnet?
- Ton der Erklärung: falkenhaft, neutral oder taubenhaft (Spickzettel unten).
- Ausblick des Vorsitzenden: was er über die nächsten Sitzungen sagt. Das bewegt den Markt oft stärker als die Entscheidung selbst.
Jede zweite Sitzung bringt außerdem Projektionen der FOMC-Mitglieder mit dem sogenannten Dot Plot (Punktdiagramm).
FOMC-Sitzungen 2026
- nächste27–28Januar
- nächste17–18März
- nächste28–29April
- nächste16–17Juni
- nächste28–29Juli
- nächste15–16September +25 Bp
- nächste27–28OktoberEntscheidung 28.10., 19:00 Uhr
- nächste8–9Dezember Entscheidung 9.12., 20:00 Uhr
Projektionen und Dot PlotUhrzeiten nach mitteleuropäischer Zeit
Wenn in den USA und in Europa unterschiedliche Uhrzeiten gelten (im Frühjahr 2–3 Wochen, im Herbst eine Woche), kommt die Entscheidung bei uns eine Stunde früher, um 19:00 Uhr. So ist es am 28.10.: Europa stellt am 25.10. auf Winterzeit um, die USA erst am 1.11.
Am Beispiel
Die erste Zinserhöhung in den USA seit über drei Jahren, und zwar einstimmig. Einen Monat später begann der Markt, mit der nächsten zu rechnen: Nach einem höher als erwarteten CPI-Wert preiste er sie zeitweise sogar mit 50 % ein, doch vorsichtige Worte von Fed-Vertretern kühlten das schnell ab (Überblick vom 15.10.).
Spickzettel: wie du den Ton der Fed erkennst und was der Markt meist macht
Ton der ErklärungFalkenhaftengl. hawkish
- „die Inflation ist immer noch zu hoch“
- „weitere Erhöhungen schließen wir nicht aus“
- „die Zinsen bleiben länger hoch“
Ton der ErklärungNeutralengl. neutral
- „die Entscheidungen hängen von den eingehenden Daten ab“
- „die Risiken sind ausgewogen“
- „bei den nächsten Schritten legen wir uns nicht fest“
Ton der ErklärungTaubenhaftengl. dovish
- „die Inflation lässt deutlich nach“
- „die Risiken für den Arbeitsmarkt nehmen zu“
- „es gibt Spielraum für Senkungen“
Der Ton wird an den Erwartungen gemessen: Eine neutrale Erklärung nach einer Reihe falkenhafter kann der Markt als taubenhaft lesen. Die Formulierungen sind Beispiele. Das ist eine typische Marktreaktion.
Teste dich
1. Wie oft im Jahr entscheidet die Fed planmäßig über die Zinsen?
2. Welches Inflationsmaß nutzt die Fed für ihr 2-Prozent-Ziel?
3. Der Fed-Vorsitzende sagt, die Zinsen bleiben länger hoch, obwohl der Markt auf Senkungen gehofft hatte. Was passiert meist mit dem Dollar?
Beantworte die 3 Fragen.
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