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Eine echte „Superwoche“ an den globalen Märkten steht uns bevor. Die Anleger bereiten sich auf entscheidende Beschlüsse der Zentralbanken vor, allen voran der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), sowie auf eine Welle von Quartalszahlen der Tech-Giganten. Die Woche beginnt jedoch in etwas ruhigerer Stimmung. Die Entlastung am Energiemarkt, ausgelöst durch Signale einer Deeskalation geopolitischer Spannungen, hilft dabei, die Aktienbewertungen nach dem nervösen Ausklang der vergangenen Woche zu stabilisieren.
Geopolitisches Umfeld
- Rückgang der Risikoprämie am Ölmarkt. Nach einer Phase starker Anstiege, die durch die Eskalation im Nahen Osten angetrieben wurden, atmeten die Märkte in Reaktion auf das Ausbleiben neuer Angriffe zwischen den USA und dem Iran auf. Anleger deuteten dies als deutliche Deeskalation, was zu einem Rücksetzer der Brent-Ölpreise von ihren zuvor erhöhten Niveaus führte. Diese Entlastung bei den Rohstoffen stützte die Stimmung an den globalen Aktienmärkten und verhalf den US-Futures zu Wochenbeginn zu Auftrieb. (Quellen: AP/CTV News; Reuters; Morningstar/Dow Jones; Edward Jones; CaixaBank Research).
- Neue US-Zölle auf Kanada. Das Weiße Haus hat zusätzliche Zölle auf ausgewählte Waren aus Kanada angekündigt, die bestimmte Agrar- und Industrieerzeugnisse betreffen sollen. Aus ersten Berichten geht hervor, dass ein Teil der Waren – darunter bestimmte Rohstoffe und Produkte, die unter frühere Sektorzölle fielen – ausgenommen werden soll. Die Anleger warten auf die Veröffentlichung der offiziellen rechtlichen Einzelheiten dieser Proklamation. Dies ist ein weiterer protektionistischer Schritt der Administration in Washington nach den jüngsten breiten Importzöllen im Hinblick auf die Überprüfung der Lieferketten. (Quellen: The White House; The Guardian; Gowling WLG).
- Schlag gegen die russische Logistik. Ukrainische Drohnenangriffe haben mehrere wichtige Logistikzentren des russischen Unternehmens Wildberries (des größten E-Commerce-Akteurs in Russland) beschädigt. Branchenschätzungen deuten darauf hin, dass die Angriffe unter anderem in der Nähe von St. Petersburg sowie in südlichen und zentralen Regionen etwa 10 % des Logistiknetzwerks des Unternehmens außer Betrieb gesetzt haben könnten. (Quellen: Reuters; NV/Moscow Times).
Im Fokus heute
- Datenmarathon und Big-Tech-Ergebnisse im Mittelpunkt. Nachdem der Technologieindex Nasdaq in der vergangenen Woche spürbar nachgab – als Reaktion auf die kühl aufgenommenen Zahlen von Alphabet (Google-Muttergesellschaft) und Tesla –, wartet der Markt gespannt auf weitere Berichte. In dieser Woche werden Microsoft, Meta Platforms, Apple und Amazon ihre Finanzergebnisse vorlegen. Parallel dazu richtet sich die Aufmerksamkeit auf die US-BIP-Daten am Donnerstag sowie die Veröffentlichung des PCE-Indikators (Personal Consumption Expenditures – das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß) am Freitag. Diese beiden Informationsströme – die Überprüfung der Kosten der Revolution der künstlichen Intelligenz (KI) bei den Unternehmen und der Zustand der US-Wirtschaft – werden die Marktstimmung dominieren. (Quellen: CaixaBank Research; Morningstar/Dow Jones; Charles Schwab; Edward Jones).
- Nvidia stärkt Position in Asien mit Milliardeninvestition. Der Hersteller der populärsten KI-Chips wird neue Aktien des südkoreanischen Technologieunternehmens Naver im Wert von 1 Mrd. USD übernehmen und damit einen Anteil von etwa 4,5 % erwerben. Diese Transaktion ist Teil eines deutlich größeren Projekts unter Beteiligung des Fonds Brookfield. Dessen Zielwert könnte bis zu 10 Mrd. USD erreichen, wobei das Hauptziel der Ausbau des KI-Rechenzentrums von Naver ist, das bis 2028 eine enorme Leistung von 200 MW erreichen soll. Anleger reagierten euphorisch – die Aktie von Naver stieg nach der Ankündigung um über 10 %. (Quellen: Reuters).
- Argenx übernimmt Forte Biosciences mit hohem Aufschlag. Das belgische Biotechnologieunternehmen Argenx hat der Übernahme von Forte Biosciences in einer Bargeldtransaktion zugestimmt und zahlt 77 USD pro Aktie. Dies bewertet das zu übernehmende Unternehmen mit rund 2,2 Mrd. USD. Die Übernahme, die aus Eigenmitteln von Argenx finanziert wird, zielt darauf ab, den innovativen Antikörper FB102 in das Portfolio aufzunehmen, was die Pipeline (Entwicklungspipeline für Medikamente) im Bereich Immunologie erheblich stärken wird. (Quellen: GlobeNewswire; Reuters).
Im Hintergrund der Märkte
- Yen balanciert am Abgrund, US-Dollar legt zu. An den Devisenmärkten schwächte sich der japanische Yen auf ein Niveau von etwa 162,3 pro Dollar ab, was ihn sehr nahe an seine historischen Tiefststände bringt. Gleichzeitig kletterte der US-Dollar-Index (USD Index) auf neue Jahreshöchststände über der Marke von 101. Eine solche Kursdynamik nur wenige Tage vor der geplanten Sitzung der Bank of Japan (BoJ) schürt Spekulationen am Markt über eine mögliche direkte Devisenintervention der dortigen Behörden. (Quellen: IMF Global Markets Monitor; Charles Schwab).
- Restrukturierung von Storj Labs. Das Technologieunternehmen Storj Labs hat beim Insolvenzgericht einen Antrag auf Restrukturierung nach Chapter 11 gestellt (US-Insolvenzverfahren, das Gläubigerschutz während der Sanierung bietet). Das Unternehmen erklärt, dieser Schritt diene der Bereinigung historischer Verbindlichkeiten bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des vollständigen Geschäftsbetriebs. (Quellen: GlobeNewswire/Markets Insider).
Wichtige Termine
- 27.07. (heute), 10:00 Uhr – Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex. Ein wichtiges Stimmungsbarometer, das die aktuelle Verfassung der größten Volkswirtschaft Europas und die Stimmung der deutschen Unternehmer anzeigt.
- 27.07. (heute), 14:30 Uhr – USA: Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter. Ermöglicht eine Einschätzung der Investitionsbereitschaft der US-Unternehmen zu Beginn des dritten Quartals.
- 29.07. (Mittwoch), 20:00 Uhr – USA: Fed-Zinsentscheidung. Das wichtigste makroökonomische Ereignis der Woche. Obwohl der Markt keine Zinsänderungen einpreist, wird die Mitteilung die Erwartungen für den Rest des Jahres definieren.
- 30.07. (Donnerstag), 13:00 Uhr – Großbritannien: Zinsentscheidung der Bank of England (BoE). Das Stimmverhältnis bei dieser Sitzung wird zeigen, wie nah die britische Zentralbank an Zinssenkungen ist.
- 30.07. (Donnerstag), 14:30 Uhr – USA: Vorläufiges BIP für das Q2 sowie Kern-PCE-Index. Ein entscheidender „Doppelschlag“ an Makrodaten. Der PCE-Index ist das wichtigste Inflationsbarometer für die Fed.
- 31.07. (Freitag) – Japan: Zinsentscheidung der Bank of Japan. Angesichts der historischen Yen-Schwäche wartet der Markt auf etwaige falkenhafte Schritte der Entscheidungsträger in Tokio.
- 31.07. (Freitag), 11:00 Uhr – Eurozone: Vorläufige Inflation (HVPI). Der Wert wird die Markterwartungen im Vorfeld der September-Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) prägen.
