Ucz się z nami

Guten Morgen. Der Donnerstagmorgen begrüßt die Märkte in der Realität nach der gestrigen, äußerst wichtigen Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die Anleger versuchen derzeit, ein komplexes Kräfteverhältnis einzupreisen: Einerseits erreichen uns Signale einer deutlichen Abkühlung des US-Arbeitsmarktes, andererseits hält eine steigende Prämie für fiskalische und geopolitische Risiken die Renditen langlaufender Anleihen auf sehr hohem Niveau. Gleichzeitig beobachten wir Versuche, die Lage an den asiatischen Börsen zu stabilisieren, wo die südkoreanische Regulierungsbehörde nach einer Reihe drastischer Verluste die Notbremse zieht.
Geopolitisches Umfeld
- Kurzes Durchatmen nach Eskalation im Nahen Osten. Nach starken Ölpreisanstiegen und der Nervosität im Zusammenhang mit dem Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran, über den wir gestern berichteten, atmen die Märkte kurz durch. Die Futures auf die wichtigsten US-Indizes verzeichneten leichte Gewinne, während sich die globale Lage stabilisierte und die Rallye am Markt für das schwarze Gold einbremste. Dennoch haben die geopolitischen Spannungen und das Risiko weiterer Schläge das Interesse an „sicheren Häfen“ wie Gold deutlich gesteigert und gleichzeitig dazu beigetragen, dass die globalen Renditen auf erhöhtem Niveau bleiben. (Quellen: Reuters; Investing.com; Saxo Bank).
Das Wichtigste heute
- Falkenhafter Ton der Fed im Schatten des Inflationsdrucks. Die gestrige Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) war der Höhepunkt der Woche. Vor dem Treffen preiste der Markt eine erhebliche Wahrscheinlichkeit ein, dass die Leitzinsen im Bereich von 3,50 %–3,75 % belassen werden. Die Diskussion wurde von Inflationsrisiken und steigenden Energiekosten dominiert, die durch die Spannungen im Nahen Osten verursacht wurden. Kevin Warsh, seit Mai 2026 Fed-Vorsitzender, hatte bereits vor der Sitzung einen sehr strengen Ansatz bei der Inflationsbekämpfung signalisiert, was die Hoffnungen auf eine rasche Lockerung der Geldpolitik dämpft. (Quellen: trovetool; InteractiveCrypto; Texas Real Estate Research Center; The Motley Fool; Nasdaq).
- Renditen US-amerikanischer Anleihen zeigen Muskeln. Trotz Marktschwankungen bleiben die Schuldenkosten der USA außergewöhnlich hoch. Bei der heutigen (30. Juli) Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen wurde eine Rendite von rund 5,06 % verzeichnet. Auch die Renditen 10-jähriger Papiere bewegten sich in den letzten Wochen im erhöhten Bereich von 4,5 %–5,0 %. Institutionelle Kommentare weisen darauf hin, dass dieser Zustand das Ergebnis der Einpreisung von Konjunkturoptimismus und hartnäckiger Inflation ist, aber auch einer steigenden Prämie für das fiskalische Risiko der USA, was den Aktienmarkt unter Druck setzt. (Quellen: Investing.com; YCharts; FRED; IMF).
- US-Arbeitsmarkt geht die Puste aus. Die strenge Haltung der Fed trifft auf die neuesten, harten Makrodaten. Im Juni 2026 schuf die US-Wirtschaft lediglich 57.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls). Dies ist ein Ergebnis, das drastisch unter dem Marktkonsens von etwa 110.000 liegt und gleichzeitig einer der schwächsten Monatswerte des vergangenen Jahres ist. Obwohl die Arbeitslosenquote gegenüber Mai leicht auf 4,2 % sank, könnte ein so schwacher Stellenaufbau die Notenbank mittelfristig dazu zwingen, ihren falkenhaften Kurs zu revidieren. (Quellen: Pomegra.io; TheFinanceOrbit; THE SHOP; NewToEd).
- Südkorea zieht die Bremse am ETF-Markt. Die Börse in Seoul blickt auf einen extrem turbulenten Juli zurück. Der KOSPI-Index verlor mehrmals mehr als 5 % an einem einzigen Tag, was zur Auslösung von Handelsstopps (sog. Circuit Breakers und Sidecars) führte. Der Ausverkauf wurde durch starke Einbußen bei Halbleitergiganten wie Samsung Electronics und SK Hynix angeheizt (über deren schwach aufgenommene Ergebnisse wir gestern berichteten). Die Lage wurde durch die enorme Volatilität verschärft, die von Privatanlegern in neuen, gehebelten Einzelaktien-ETFs verursacht wurde. Als Reaktion darauf ordnete die südkoreanische Finanzaufsicht an, dass Privatanleger ab dem 31. Juli eine Bareinlage von mindestens 30 Millionen Won halten müssen, um mit diesen risikoreichen Instrumenten handeln zu können. (Quellen: Reuters; Economic Times; Moneycontrol; SBS; Futunn).
Im Hintergrund der Märkte
- EZB sieht keine Lohn-Preis-Spirale. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, betonte, dass die Institution derzeit keine klassischen Zweitrundeneffekte beobachte (d. h. eine Situation, in der höhere Preise höhere Löhne erzwingen, was wiederum die Preise treibt). Dies wird durch eine EZB-Umfrage unter 79 Großunternehmen aus der Eurozone bestätigt, die eine Verlangsamung des Lohnwachstums von etwa 3,1 % im Jahr 2025 auf 2,5 % im Jahr 2026 erwarten. Auch die offiziellen Indikatoren der Bank zeigen eine schrittweise Rückkehr zu einem moderaten Lohnwachstumstempo, was eine gute Nachricht für den Kampf gegen die europäische Inflation ist. (Quellen: Morningstar; Marketscreener; ActionForex; EZB).
- Mächtige Liquiditätsspritze der PBOC. Die Chinesische Volksbank (PBOC) kündigte einen Plan an, bis Ende Juli massive kurzfristige Finanzierungsgeschäfte (Overnight-Reverse-Repo) im Wert von 600 Milliarden Yuan pro Tag und Anfang August weitere 300 Milliarden Yuan durchzuführen. Insgesamt ergibt dies eine Unterstützung von rund 2,1 Billionen CNY. Analysten bezeichnen dieses Ausmaß als außergewöhnlich hoch, womit eine deutliche Lockerung der Liquiditätsbedingungen im chinesischen Bankensystem angestrebt wird. (Quellen: Reuters; Marketscreener; YicaiGlobal).
- Swift fordert Stablecoins heraus. Der Betreiber des globalen Zahlungssystems hat ein blockchainbasiertes gemeinsames Hauptbuch (Ledger) zur Abwicklung tokenisierter Einlagen gestartet. An der ersten Phase des Pilotprojekts nehmen rund 17 globale Banken teil, darunter Riesen wie Citi und HSBC. Die Initiative soll eine Übertragung von Werten rund um die Uhr (24/7) zwischen Banken ermöglichen und eine voll regulierte Alternative zu Krypto-Stablecoins bei grenzüberschreitenden Zahlungen bieten. (Quellen: E8Markets; The Asian Banker; SuitUp).
- System Target2 wieder voll einsatzfähig. Wir erinnern an den gestrigen kurzzeitigen Ausfall des für die Eurozone zentralen Zahlungssystems Target2 (T2). Die EZB bestätigte offiziell, dass das System nach einer geringfügigen technischen Störung sehr schnell wieder zur normalen Zahlungsabwicklung zurückgekehrt ist und keine Gefahr für die Stabilität der Abwicklungen bestand. (Quellen: EZB-Mitteilung).
- Südkorea liberalisiert den Devisenhandel. Erwähnenswert ist (in Anknüpfung an die gestrigen Erwähnungen), dass Südkorea seit Juli erfolgreich einen 24-Stunden-Onshore-Markt für den Handel des Paares USD/KRW an Werktagen eingeführt hat. Dieser Schritt soll die Liquidität des Won strukturell verbessern und den südkoreanischen Markt für ausländisches Kapital attraktiver und zugänglicher machen. (Quellen: Verdice; GMT8Press; TradeTreasuryPayments.com).
Was zu beobachten ist
Die heutige Sitzung und das Ende der Woche stehen ganz im Zeichen wichtiger Makrodaten-Veröffentlichungen und Zentralbankentscheidungen.
- 30.07., 13:00 Uhr – Großbritannien: Zinsentscheid der Bank of England (BoE). Wichtiger Moment für das Britische Pfund (GBP) – die Märkte werden die neuesten Wirtschaftsprognosen und den Ton der Mitteilung aufmerksam verfolgen.
- 30.07., 14:30 Uhr – USA: Vorläufige BIP-Daten für das 2. Quartal. Erste Schätzung der Dynamik der US-Wirtschaft nach einer Phase der Verlangsamung. Wird den US-Dollar (USD) und den Aktienmarkt stark beeinflussen.
- 30.07., 14:30 Uhr – USA: Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (Core PCE). Das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Der Wert für Juni wird das klarste Bild davon vermitteln, ob der Preisdruck angesichts der Abkühlung am Arbeitsmarkt tatsächlich nachlässt.
- 30.07., 11:00 und 14:00 Uhr – Eurozone / Deutschland: Vorläufige Daten zum europäischen BIP für das 2. Quartal (11:00 Uhr) sowie Schätzung der deutschen Verbraucherpreisinflation (VPI) für Juli (14:00 Uhr).
- 31.07., 11:00 Uhr – Eurozone: Vorläufige Verbraucherpreisinflation (VPI) für Juli. Wird den wichtigsten Wegweiser für die kommenden Entscheidungen der EZB darstellen.
- 03.08., 03:45 Uhr – China: Caixin-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe. Die Juli-Daten werden zeigen, ob die Liquiditätsoperationen der PBOC mit einer realen Verbesserung der Aktivität in den chinesischen Fabriken korrelieren.
