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Guten Morgen. Der Dienstagmorgen begrüßt uns mit einer deutlichen Beruhigung der geopolitischen Lage, was sich umgehend auf dem Rohstoffmarkt niederschlägt. Die Aufmerksamkeit der Anleger verlagert sich jedoch auf die Devisenmärkte, wo wir Zeuge einer historischen, koordinierten Intervention der USA und Japans werden. Unterdessen kommen starke Industriedaten aus der US-Wirtschaft, die daran erinnern, dass der dortige Wirtschaftsmotor weiterhin auf Hochtouren läuft und den Zentralbanken Spielraum lässt, die Zinsen länger hoch zu halten.
Geopolitisches Umfeld
Nach dem gestrigen nervösen Einbruch und den Kurssprüngen bei den Rohstoffpreisen infolge von Berichten über einen gebrochenen Waffenstillstand im Nahen Osten kehrt sich die Lage wieder um. Agenturberichten zufolge haben die USA und der Iran in den letzten Tagen direkte Angriffe eingestellt. Das Markt-Narrativ drehte schnell auf Deeskalationssignale. Infolgedessen gab das Rohöl (sowohl der Sorte Brent als auch WTI) die gestrige Risikoprämie schlagartig wieder ab und fiel deutlich unter die Marke von 90 USD pro Barrel zurück. Parallel dazu kündigte das OPEC+-Kartell an, dass sieben Mitgliedsstaaten die Förderquoten im September um insgesamt rund 188.000 Barrel pro Tag anheben werden, was die Ängste des Marktes hinsichtlich des Angebots weiter dämpft. (Quellen: Mint; Reuters; China Daily; Investing.com)
Zeichen einer Normalisierung zeigen sich auch auf den globalen Handelsrouten. Der Logistikkonzern Maersk kündigte die Rückkehr seines Containerdienstes (der den Nahen Osten mit der US-Ostküste verbindet) auf die Route durch den Suezkanal an. Dies ist ein wichtiges Signal für die langsame Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch das Rote Meer. (Quellen: Reuters; Al-Ahram)
Najważniejsze Dziś
- Unpräzedenzlose Währungskooperation zwischen den USA und Japan. Gestern haben wir die verbale Unterstützung für die japanische Währung seitens des US-Finanzministeriums erwähnt, und heute haben wir die Bestätigung harter Taten. Das japanische Finanzministerium und das US-Finanzministerium führten eine gemeinsame, koordinierte Intervention durch, die aus massiven Yen-Käufen bestand. In Reaktion auf diesen Schritt fiel der Kurs des Paares USD/JPY abrupt von seinen Mehrjahreshöchstständen (über 160) ab, was eine starke Aufwertung der japanischen Währung bedeutet. Eine solche Kooperation zweier Wirtschaftsmächte ist ein klares Signal an Spekulanten, dass eine weitere Abwertung des Yen nicht toleriert wird. (Quellen: Reuters; The Straits Times; 24×7 Live Newz)
- US-Industrie überrascht positiv. Der Einkaufsmanagerindex (PMI – Barometer für die Sektoraktivität) für die US-Industrie, ermittelt vom ISM-Institut, stieg im Juli auf 55,6 Punkte von 53,3 Punkten im Juni und übertraf den Marktkonsens (54,0 Punkte) deutlich. Besonders bedeutsam ist, dass der Subindex für Auftragseingänge auf etwa 56–57 Punkte kletterte und die Beschäftigungskomponente erstmals seit fast drei Jahren wieder die Marke von 50 Punkten überschritt. Dies bedeutet, dass der US-Produktionssektor nicht nur wächst, sondern wieder beginnt, neue Arbeitsplätze zu schaffen. (Quellen: Reuters; FXStreet)
- Wichtige Zentralbanken in einer „falkenhaften“ Pause. Vor dem Hintergrund der starken US-Daten lohnt sich ein Blick auf die Zinsentscheidungen der Zentralbanken aus der vergangenen Woche. Die US-Notenbank Fed (FOMC – Federal Open Market Committee) beließ die Leitzinsen mit 9 zu 3 Stimmen in der Spanne von 3,50–3,75 % (drei Ratsmitglieder stimmten für eine Erhöhung). Die Europäische Zentralbank (EZB) wiederum behielt nach der Zinserhöhung im Juni im Juli den Status quo bei (Einlagensatz liegt bei 2,25 %). Für die europäischen Märkte sind die heutigen vorläufigen Daten zur HICP-Inflation (harmonisierter Verbraucherpreisindex) aus der Eurozone von absoluter Bedeutung, da sie die Erwartungen an die Herbstschritte der EZB prägen werden. (Quellen: Trepp; Federal Reserve; Morningstar; ECB; Reuters)
W Tle Rynków
- Flut von Unternehmensgewinnen und Aktienrückkäufen. Globale Konzerne glänzen mit hervorragenden Ergebnissen und beteiligen ihre Aktionäre am Barvermögen. Der britische Bankenriese HSBC meldete für das erste Halbjahr einen Gewinn vor Steuern von stattlichen 19,5 Mrd. USD und legt ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Wert von bis zu 1 Mrd. USD auf. Unterdessen übertraf das japanische Konglomerat Mitsui & Co. die Analystenprognosen deutlich und verzeichnete einen Quartalsreingewinn von 294 Mrd. Yen, was die Ankündigung eines massiven Rückkaufs (bis zu 200 Mrd. Yen) nach sich zog. (Quellen: HSBC; Financial Times; Mitsui & Co.; Investing.com)
- Prysmian finalisiert die Bewertung von Atkore. Anknüpfend an die gestrigen Informationen über eine Großfusion im Industriesektor bestätigen offizielle Mitteilungen, dass die italienische Prysmian die US-amerikanische Atkore in einer Bartransaktion (95 USD pro Aktie) übernehmen wird. Der Gesam Unternehmenswert (Enterprise Value) wird bei dieser Transaktion auf rund 3,8 Mrd. USD beziffert. (Quellen: Prysmian; Investing.com)
- Öffnung der Märkte in Asien und technische Störung in Indien. Südkorea hat einen 24-Stunden-Onshore-Handelsmarkt für das Währungspaar USD/KRW gestartet, um ausländisches Kapital anzulocken. Gleichzeitig kündigten Peking und Hongkong ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Yuan- und Anleihemärkte an (u. a. durch die Erhöhung des Limits für das „Bond Connect“-Programm). Unterdessen führte in Indien die Einführung eines neuen Auktionsalgorithmus zum Börsenschluss (CAS) gestern zu einer technischen Anomalie, die den Nifty-Index im Vergleich zum Benchmark-Index BSE Sensex künstlich in die Höhe trieb. (Quellen: The Economic Times; ScanX Trade; The Hindu)
Warto Obserwować
Diese Woche steht ganz im Zeichen von Daten vom US-Arbeitsmarkt, was vor dem Hintergrund des gestrigen starken ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe zusätzliche Bedeutung gewinnt.
- 04.08. (Heute) – USA: JOLTS-Bericht zu den offenen Stellen (16:00 Uhr). Ein schlüssiger Indikator für die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt. Je mehr offene Stellen, desto höher der Druck auf die Lohnsteigerungen (was den Kampf gegen die Inflation erschwert).
- 04.08. (Heute) – USA: Handelsbilanz (14:30 Uhr). Wird sich auf die BIP-Schätzungen für das zweite Quartal auswirken und könnte Bewegungen bei der Dollar-Bewertung auslösen.
- 05.08. (Mittwoch) – Eurozone: Endgültiger Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor (10:00 Uhr). Bestätigung der Verfassung des europäischen Dienstleistungssektors.
- 05.08. (Mittwoch) – USA: ADP-Bericht (14:15 Uhr) sowie ISM-Index für den Dienstleistungssektor (16:00 Uhr). Der Dienstleistungssektor ist das Fundament der US-Wirtschaft, und der ADP-Bericht ist das traditionelle „Warmlaufen“ vor den offiziellen Arbeitsmarktzahlen.
- 06.08. (Donnerstag) – Eurozone: Einzelhandelsumsätze (11:00 Uhr). Wichtige Kennzahl, die die Kaufkraft und Stimmung der europäischen Verbraucher widerspiegelt.
- 07.08. (Freitag) – USA und Kanada: Arbeitsmarktberichte (14:30 Uhr). Der berühmte US-NFP-Bericht (Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft). Dies ist das wichtigste makroökonomische Ereignis der gesamten Woche, das letztendlich die Erwartungen an die Zinsentscheidungen der Fed im Herbst prägen wird.
