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Guten Tag! Nach einer Phase deutlicher Zurückhaltung haben die Finanzmärkte nun endlich den wichtigsten Punkt dieser Woche erreicht. Heute richtet sich die Aufmerksamkeit aller Anleger auf die US-Inflationsdaten, die über die September-Schritte der Federal Reserve (Fed) entscheiden könnten. Parallel dazu steht weiterhin ein geopolitisches Risiko am Horizont – die angespannte Lage im Nahen Osten treibt die Ölpreise kontinuierlich in die Höhe und erinnert uns daran, dass der globale Kampf gegen den Preisdruck noch viele Variable beinhaltet.
Geopolitisches Umfeld
Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt der Hauptrisikofaktor für die Rohstoffmärkte. Der Handelsschiffsverkehr auf dieser strategischen Route ist drastisch eingebrochen und macht derzeit nur noch einen Bruchteil des Vorkriegsniveaus aus (einige Daten sprechen von lediglich 33 Transiten innerhalb von vier Tagen). Vertreter Irans signalisieren, dass die Meerenge erst dann wieder vollständig geöffnet wird, wenn Washington ihre Bedingungen erfüllt, darunter die Aufhebung der Seeblockade, die Lockerung von Sanktionen sowie Entschädigungszahlungen.
Die Märkte reagieren extrem sensibel auf diese Meldungen. Erneute Sorgen vor einer anhaltenden Lähmung der Route lösten einen steilen Anstieg der Erdölpreise aus – in den letzten Handelssitzungen stieg ein Rohöl-Barrel der Sorte Brent in den Bereich von 87–88 USD. Der steigende Ölpreis überträgt sich automatisch auf die Finanzmärkte: Er schürt Ängste vor einem erneuten Inflationsanstieg, übt Abwärtsdruck auf die Aktienindizes aus, treibt die Anleiherenditen nach oben und stärkt den US-Dollar. (Quellen: Reuters; CNBC; PortWatch; gCaptain; Babypips).
Das Wichtigste heute
- Heute werden die wichtigsten Makrodaten der Woche veröffentlicht – die US-CPI-Inflation. Um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird der Bericht für Juli veröffentlicht. Der Marktkonsens geht davon aus, dass die Hauptinflationsrate (CPI) auf Monatsbasis um 0,1 % steigen wird (was 3,4 % im Jahresvergleich entspräche), während die Kerninflation (ohne die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise) voraussichtlich um 0,2 % m/m (2,5 % y/y) zulegen wird. Genau diese Zahlen werden entscheidend für die Beurteilung sein, ob sich die Federal Reserve auf ihrer September-Sitzung für Zinssenkungen oder die Beibehaltung des Zinsniveaus entscheidet. (Quellen: FinancialJuice; PipTheory; IndexBox; Trading Economics; MarketsToday).
- Intel erhöht sein öffentliches Angebot deutlich auf 20 Milliarden US-Dollar. Der Technologieriese gab bekannt, den Wert der geplanten Stammaktienemission von den ursprünglich vorgesehenen 15 Mrd. USD aufzustocken. Das Unternehmen wird über 210,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 95 USD pro Stück verkaufen, was voraussichtlich einen Nettoerlös von etwa 19,7 Mrd. USD einbringen wird (vor einer eventuellen Ausübung der 30-tägigen Option der Konsortialbanken zum Kauf zusätzlicher 31,58 Mio. Aktien). Der Abschluss der Transaktion ist für heute, den 12. August, geplant. Der Markt verfolgt diesen Schritt aufmerksam und bewertet den Kapitalbedarf des Unternehmens im Kontext seiner ehrgeizigen Restrukturierungspläne. (Quellen: Intel; Investing.com; Reuters; PacketNebula; Fidelity).
Im Hintergrund der Märkte
- Abkühlung auf dem US-Immobilienmarkt. Die Verkäufe bestehender Häuser in den USA fielen im Juli um 1,7 % m/m auf eine Jahresrate von 4,06 Millionen Einheiten, was leicht über den Erwartungen liegt. Gleichzeitig stieg der mittlere Hauspreis um etwa 2 % y/y und erreichte die Marke von 434.100 USD. Die Situation für Käufer wird durch die Zinssätze nicht verbessert – der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Festhypothek erreichte im August 6,69 %, den höchsten Stand dieses Jahres. (Quellen: Associated Press; Haver Analytics; Freddie Mac).
- Chancen auf eine Zinserhöhung in Japan steigen, während der Yen zum Angriff auf die 160 ansetzt. Der USD/JPY-Kurs (US-Dollar zu Yen) näherte sich erneut der psychologischen Marke von 160 und notierte im Bereich von 159. Gleichzeitig stiegen die Renditen 10-jähriger japanischer Staatsanleihen (JGB) in den Bereich von 2,7–2,8 %. Der Markt misst einer Zinserhöhung durch die Bank of Japan (BOJ) auf der September-Sitzung derzeit eine spürbar höhere Wahrscheinlichkeit (in der Größenordnung von 50–60 %) bei, was den langsamen Ausstieg des Landes aus der Ultra-Niedrigzinspolitik widerspiegelt. (Quellen: CNBC; TradingEconomics; Morningstar DBRS; Straits Times).
- Chinesische Inflation auf Sechsmonatstief. Der Verbraucherpreisindex (CPI) in China verlangsamte sich im Juli auf nur noch 0,5 % y/y (nach 1,0 % im Juni), was unter den Prognosen (0,8 %) liegt und der niedrigste Wert seit Januar ist. Auf Monatsbasis fielen die Preise um 0,1 %. Diese Verlangsamung wird hauptsächlich durch verbilligte Nahrungsmittel (Minus von 1,5 % y/y) und eine schwache Kerninflation (0,9 % y/y) getrieben, was erneut Fragen zur Verfassung der chinesischen Binnennachfrage aufwirft. (Quellen: National Bureau of Statistics of China; Reuters; TradingEconomics).
- Deutsche Inflation durch Energie angetrieben. Gemäß den endgültigen Daten wurde die jährliche CPI-Inflation in Deutschland für Juli bei 2,8 % y/y bestätigt (Anstieg von 2,3 % im Juni), bei einem Anstieg im Monatsvergleich um 0,8 %. Haupttreiber dieses Sprungs waren höhere Energiepreise, was sich in den breiteren, globalen Trend verteuerter Rohstoffe einfügt. (Quellen: CMC Markets; Newsquawk; Trading Economics).
- Hohe Erwartungen rund um Super Micro Computer (SMCI). Vor der Veröffentlichung der Finanzergebnisse stiegen die Aktien des Unternehmens um mehrere Prozent, angetrieben durch eine Anhebung der vorläufigen Vorstandsprognosen bezüglich der Bruttomarge auf die Spanne von 15–17 %. Der Markt erwartet für das vergangene Quartal einen Umsatz von etwa 11,5–11,6 Mrd. USD, wobei das Hauptaugenmerk der Anleger auf der Bestätigung des Rekordauftragsbestands liegen wird. (Quellen: Yahoo Finance; Investing.com; MarketBeat).
Was man beobachten sollte
Heute und in den kommenden Tagen bietet der Makrokalender zahlreiche schlüsselrelevante Veröffentlichungen:
- 12.08. (Heute) 14:30 Uhr – USA: CPI-Inflation für Juli. Absolut entscheidender Wert für die Federal Reserve im Hinblick auf die Gestaltung künftiger Zinssätze und die Bewertung des Dollars.
- Diese Woche – Globale Zentralbanken: Im Kalender steht die Veröffentlichung der „Summary of Opinions“ der Juli-Sitzung der Bank of Japan (BoJ) sowie der Zinsentscheid der norwegischen Norges Bank (geplant für Donnerstag), was die Notierungen der Norwegischen Krone (NOK) und die lokalen Anleihemärkte beeinflussen könnte.
- 13.08. (Donnerstag) 08:00 Uhr – Großbritannien: Vorläufiges BIP für das 2. Quartal. Zeigt das Wachstumstempo der britischen Wirtschaft auf und wird die Erwartungen an die weitere Politik der Bank of England beeinflussen.
- 13.08. (Donnerstag) 14:30 Uhr – USA: PPI-Inflation und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Maßstab für den Inflationsdruck auf Großhandelsebene als Frühindikator für Verbraucherpreistrends, kombiniert mit dem aktuellen Bild des US-Arbeitsmarktes.
- 14.08. (Freitag) 11:00 Uhr – Eurozone: BIP (zweite Schätzung für das 2. Quartal). Ermöglicht eine genauere Beurteilung der wirtschaftlichen Wachstumsdynamik in Europa.
- 14.08. (Freitag) 14:30 Uhr – USA: Einzelhandelsumsätze für Juli. Wichtiger Indikator für die Konsumnachfrage, die den Hauptmotor der US-Wirtschaft darstellt.
- 14.08. (Freitag) 16:00 Uhr – USA: Vorläufiger Bericht der Universität Michigan. Indikator für Konsumstimmung und Inflationserwartungen, der von der Fed aufmerksam beobachtet wird.
